Prostorska ureditev grobišč rimskega Ptuja

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  • Iva Mikl Curk

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In Kiirze fassen wir in der Reihenfolge von West nach Ost alle veroffentlichten und in handschriftlichen Unterlagen erhaltenen raumlich relevanten Angaben iiber die Nekropolen und die Grabfunde Poetovios zusammen. Das Forschungsergebnis ist unzulanglich, weil nur ein sehr geringer Prozent der ungefahr 1800 Grabeinheiten veroffentlicht und datiert ist (ungefahr 900 Grabeinheiten bis zum Zweiten Weltkrieg und ca. 900 in neuerer Zeit). Da wir jedoch andererseits annehmen miissen, daB bisher in den Nekropolen von Ptuj zumindest 5000 Graber ausgehoben worden sind, werden wir offensichtlich bei den Interpretationen noch lange von mehr oder weniger richtigen SchluBfolgerungen abhangig sein. Deshalb legen wir diese Darstellung vor. Wir hoffen, daB wir damit die weitere Erforschung fordern werden und zugleich bestimmte Charakteristika Poetovios vorstellen, die schon heute Aufmerksamkeit verdienen. Die Angaben iiber die Graber aus vorromischer Zeit, iiber die Graber jener Siedlung, in die graduell der romische EinfluB einzudringen begann, und die bei der Okkupation eine Zivilsiedlung neben dem castrum wurde, stammen aus den Punkten 10, 12, 24 und 27 der Karte. Sie schalten sich in das System der spateisenzeitlichen Funde auf den Hangen der Drava-Terrassen und in die Logik der Entfernungen dazwischen ein.1 Im 1. Jahrhundert entstand an der planmaBig trassierten HaupteinfallstraBe aus dem Westen zwischen zwei FluBterrassen eine Gruppe von wenigstens 4 Grabkammern des eingefriedeten Typs (Punkt 10 der Karte - Abb. 1). In der Flavierzeit gesellte sich zu dieser Gruppe noch die Grabkammer,s die einen noch nicht vollig verstandenen Beweis fiir die Romanisierung darstellt. Zwar lag diese Nekropole konsequent an der StraBe, obwohl Elemente bei den Punkten 14 und 7 dafiir sprechen, daB sie sich allmahlich auch langs der Wege auszubreiten begann, die sich mit der HauptstraBe rechteckig kreuzten. Die Architektur scheint haufiger an der StraBennordseite gewesen zu sein - vielleicht deswegen, weil Inschriften und Reliefs schoner sichtbar sind, wenn sie die Sonne erhellt. Am Nordufer der Drava ist fiir das 1. Jahrhundert die Situation schlechter erkennbar, doch Streufunde von Grabern aus dem 1. Jahrhundert lassen den SchluB zu, daB zumindest im Keim schon im 1. Jahrhundert auch die Nekropole an der ostlichen Stadt-EinfallstraBe angelegt war. Das Poetovio des 1. Jahrhunderts war ein Militarlager und eine Zivilsiedlung mit stark ausgepragter bodenstandiger Tradition. Die Nekropolen beider vereinten sich vermutlich erst allmahlich, deshalb konnen wir iiber die etwaige Aufteilung des Gelandes fiir die Nekropole anlaBlich der ersten romischen Eingriffe in den Raum (Parzellierung, Gassen, Bau der Hauptobjekte auf romische Weise) keine Erwagungen anstellen. Die Funde militarischer Grabmale beweisen jedoch, daB sich zwar das Zentrum des Friedhofs, der mit dem castrum in Zusammenhang stand, an der westlichen Haupt-EinfallstraBe erstreckte, daB jedoch vereinzelte Verstorbene auch anderswo im Nekropolenareal bestattet waren. Im 2. Jahrhundert wurde die Struktur der an den StraBen liegenden Nekropolen ganzlich ausgefiillt. Diese Struktur folgte am Siidufer der Drava den zwei vom FluB wegfiihrenden Hauptwegen, weg von der Briicke, in rechtem Winkel auf die Dravaterrassen, von denen einige gegenwartig gar nicht mehr wahrnehmbar sind. Es ist hervorzuheben, daB sich schon jetzt, wo das Material noch hochst unvollkommen bearbeitet ist, nach den Beigaben territorial sehr geschlossene Grabergruppen abzeichnen. Zur Architektur der Nekropolen und der Grabmale ist wenig hinzuzufiigen - umfriedete Parzellen und Grabkammern des Sempeter-Typs sowie Stelen waren auch damals im allgemeinen Gebrauch. Eine poetovionense Sondererscheinung ist die Aschenkiste - Sarkophag fur eine groBere Menschengruppe.10 In den Nekropolen traf man bei den Ausgrabungen, namentlich im Ostteil der Stadt, ofters auf Anhaufungen, zusammengesetzt aus vielen Brandresten und unterschiedlichen Abfallen.12 Jetzt haben wir den Eindruck, daB diese Aufschiittungen eher eine Gelandeebnung darstellen als Spuren irgendwelcher Kulthandlungen. Bedeutsam ist, daB sich auf das nordliche Drava-Ufer 3 Grabmale der angesehenen Familie der Valerier13 lozieren lassen. Dies wiirde untermauern, daB die Nekropolen auf dem nordlichen Drava-Ufer an beiden fiir die Raumentwicklung der Stadt wichtigen Hiigeln (Grad-Burg, Panorama) zumindest bis zu den Markomannenkriegen fiir die Stadtnobilitat vorbehalten waren. An den Nekropolenrandern lagen auf dem siidlichen Drava-Ufer noch im 2. Jh. (Punkt 2 der karte - Abb. 1) Grabhiigel und nach einigen Angaben zu urteilen, fanden dort auch noch in jener Periode Bestattungen statt. Der Burghiigel, der erste der beiden wichtigen Hiigel, muB im 2. Jh. mit dem Gotterkult verkniipft gewesen sein, wahrend die neuesten Forschungen den Beweis fiir die Existenz einer Grabkammer auf dem Panoramahiigel bereits mindestens am Ende des 2. Jh. erbracht haben. Die Erklarung fiir diese ungewohnliche Lokation ist bei den norisch-pannonischen Grabhiigeln zu suchen. Auch diese liegen haufig auf einer dominanten Stelle uber dem Tal.14 Eine Moglichkeit fiir die Erklarung dieser Erscheinung inmitten der Stadt sehe ich in der erfolgreichen Verbindung der Valerier mit dem heimischen, bodenstandigen Adel. Aus dem 3. Jahrhundert sind ziemlich zahlreiche Brandgrabergruppen mit Beigaben aus mindestens der spaten Severerzeit in den auBersten Teilen der siidlichen und der nordostlichen Nekropole zu sehen (Punkte 20, 19, 36, 38 der Karte - Abb. 1). Dies konnte als Beweis dafiir angesehen werden, daB sich die Einwohnerzahl im problematischen Jahrhundert nicht allzu sehr verminderte sowie auBerdem darauf hinweisen, daB sich die Kontakte zwischen Stadt und Land gewandelt hatten. Moglicherweise kommunizierte damals die Stadt in starkerem AusmaB mit ihrem Hinterland als sie sich am groBen Kontinentaltransport beteiligte (dieser wickelte sich zweifellos nur in Richtung West - Ost ab, wogegen die Richtung Nord - Slid gewiB eine nur regionale Bedeutung hatte). Fiir das 4. Jahrhundert kann als einwandfrei angenommen werden, daB sich die Nekropolen in den ehemals mit Bauten iiberdeckten Stadtteilen zu verbreiten begannen (Punkte 21, 15). Zugleich findet man jedoch vereinzelte Graber oder Grabergruppen aus dem 4. Jh. noch im gesamten umfangreichen Territorium der Stadtnekropolen. Dies ist so zu verstehen daB die Stadt dennoch eine verhaltnismaBig groBe und wenigstens periodisch hochst rege Agglomeration blieb. Die Struktur von an den StraBen sich erstreckenden Nekropolen blieb auch noch damals erhalten. Die Architektur schien sich hingegen mehr unter die Erdoberflache zuriickzuziehen, denn aus der Spatzeit stammen zahlreiche unterschiedliehe Sarge, gemauerte Grabkammern und regelrechte Sarkophage. Die Kondensierungen zeugen einerseits von Familien- oder Kollegienparzellen in der Nekropole. Andererseits weisen sie indessen auf die Moglichkeit des haufigeren Bestattens an einer Kirche oder einem anderen mit frommen christlichen Assoziationen verbundenen Objekt hin. Derartige Kondensionen befinden sich bei den Punkten 14, 15 und 25 unserer Karte. Die letztgenannte, auf dem Panoramahiigel, hatte als Zentrum die jetzt einwandfrei lozierte, archaologisch bereits friiher feststellbare Basilika.20 Aus dem 5. Jahrhundert werden noch immer mit Grabern verknupfte Gegenstande gefunden. In diese spate Periode wurde die Basilika auf dem Turnierplatz auf dem Burghugel datiert.25 Deshalb muB der sinngemaBe Beginn der Tradition, die spater dort zur groBen altslawischen Nekropole fiihrte, in dieser altchristlichen Kirche des befestigten spatantiken Zentrums (und tJberrestes) der Stadt gesucht werden, aus der sich der Vater des Orestes auf den Weg zu Attilas Hof machte.

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Iva Mikl Curk

Zavod RS za varstvo naravne in kulturne dediščine, Plečnikov trg 2, YU-61000
Ljubljana

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Objavljeno

1990-09-22

Kako citirati

Mikl Curk, I. (1990). Prostorska ureditev grobišč rimskega Ptuja . Arheološki Vestnik, 41(1). Pridobljeno od https://ojs.zrc-sazu.si/av/article/view/9059

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